Georges BARBIER 1912
Georges
Barbier *1882 in Nantes, + 1932 in Paris A. Flament behielt recht. Wer in die Internet-Suchmaschinen den Namen G. Barbier eintippt, erhält unzählige Websites mit Re-Prints seiner Designs. Die Person Barbier hingegen bleibt im Hintergrund. Von ihr ist nicht viel bekannt. Ausser, dass er in Paris an der "Ecole des Beaux Arts" studierte, gemeinsam mit seinen berühmten Zeitgenossen wie Paul Iribe oder Georges Lepape. Erté wurde einer seiner besten Freunde. Er selbst wurde erst 1911 bekannt, durch seine erste Ausstellung, die in der Galerie Boutet de Monvel stattfand. Poiret, bekanntester Modeschöpfer seiner Zeit, engagiert ihn (sowie Iribe und Lepape) als Modezeichner. Paris begann in jenen Tagen das Modezentrum zu werden. Beeinflusst durch die exotisch-orientalischen Linien, die Weltausstellungen und Gastspiele wie das "Ballet Russe" Daghilevs (1909) in die Metropole brachten, entwickelte sich ein neuer Stil, der später den Namen "Art Déco" erhalten sollte. Barbier war aber auch von den Kostümen des 18. Jahrhunderts begeistert, die eine andere, aber ebenso ausschweifende Lust an Vergnügungen und Luxus ausstrahlten. Barbier arbeitete für Modezeitschriften wie "Gazette du Bon Ton", "Journal des Dames et des Modes" sowie "Vogue" oder "Harpers" und gab selbst "Falbalas et Fanfreluches" (etwa: "Fältelchen und Rüschchen") heraus. Weiters entwarf er Theaterkostüme, sowie Kostüme für die "Folies Bergères" und den Rudolfo-Valentino-Film "Monsieur Beaucaire". Dem Zeitgeist entsprechend wurden auch Fächer entworfen, die oft als Werbefächer zu Tausenden gedruckt wurden. Der hier dargestellte Fächer ist auf Seide gedruckt, signiert und mit 1912 datiert. Im rechten roten Feld (siehe Detail unten) ist handschriftlich vermerkt: "Lubin". Daraus kann man schliessen, dass er als Werbefächer für das Parfum-Haus Lubin gedacht war. Dergleiche Fächer ist in verschiedenen Zeitschriften und Büchern dargestellt (allerdings mit etwas anderem Muster auf den Stäben) und wird "publicity fan" (H. Alexander, Fans), "Damen bei der Toilette" (Fächer, Zepter der Damen, in "Pan" 1985) oder als "im exotischen Stil à la Haremsdame" (F. Falluel in "L'Estampille" 1985) bezeichnet.
Die Stäbe sind aus Bein und bemalt mit Ornamenten, die verschiedene Designs des Fächerblattes wiederaufnehmen. Die Rückseite ist ebenfalls aus Seide, mit wenigen Blumenranken verziert, die sich ebenfalls auf den Stäben wiederholen. Die Ballonform des Fächers ergibt ein gezacktes Profil im geschlossenen Zustand (siehe unten).
Detail der linken Blattseite |
©mm ausser Zitaten